Kernaussagen
- • 0 von 269 Domains CERTIFIED über alle vier neuen Benchmark-Listen: B2B-ECOMMERCE30, BVDW100, DACH-PUBLISHER40 und ECOM100-DE.
- • Cluster A = 0,0 bei B2B E-Commerce und DACH Publisher: Keine robots.txt-AI-Direktiven, keine strukturierten Daten für KI-Agenten – beide Sektoren senden kein AI-Signal.
- • DACH-PUBLISHER40 hat den niedrigsten Ø CES aller bisher gescannten Sektoren: 15,0 von 100. Darunter auch das niedrigste Cluster D der neuen Listen (64,6).
- • BVDW100 – die Digitalwirtschaft, die den Standard setzen sollte – hat das stärkste Cluster D (83,7), aber kaum mehr AI-Sichtbarkeit als die anderen Sektoren.
- • Das Muster ist konsistent: Cluster D (Autorität/DSGVO-Basis) ist der einzige funktionsfähige Cluster. Alle anderen liegen unter 20.
These Der Markt hat gelernt, DSGVO-Anforderungen zu erfüllen. Er hat nicht gelernt, für KI-Agenten sichtbar zu sein. B2B E-Commerce und Publisher senden kein einziges AI-Readiness-Signal – obwohl ihre Geschäftsmodelle auf Auffindbarkeit beruhen.
Am 17. und 18. Juni 2026 hat CERTavia drei neue Benchmark-Listen gescannt: B2B-ECOMMERCE30 (29 Domains), BVDW100 (100 Domains) und DACH-PUBLISHER40 (40 Domains). Zusammen mit dem bereits publizierten ECOM100-DE-Scan vom 17. Juni ergeben sich 269 neu analysierte Domains. Das Ergebnis: 0 von 269 CERTIFIED.
Die vier Sektoren im Vergleich
Alle vier Listen erfassen unterschiedliche Segmente der deutschen und DACH-weiten digitalen Wirtschaft. Die BVDW-Mitglieder repräsentieren die organisierte Digitalwirtschaft. Die Publisher-Liste umfasst reichweitenstarke DACH-Medienhäuser. Die beiden E-Commerce-Listen trennen B2C- von B2B-Händlern.
| Benchmark-Liste | Domains | Scan-Datum | Ø CES | Status |
|---|---|---|---|---|
| BVDW100 | 100 | 18.06.2026 | 21,7 | 0 CERTIFIED |
| ECOM100-DE | 100 | 17.06.2026 | 21,5 | 0 CERTIFIED |
| B2B-ECOMMERCE30 | 29 | 17.06.2026 | 17,0 | 0 CERTIFIED |
| DACH-PUBLISHER40 | 40 | 18.06.2026 | 15,0 | 0 CERTIFIED |
| Gesamt | 269 | 19,7 | 0 CERTIFIED |
Cluster-Profil: Das Muster hinter den Scores
Die Gesamtscores sind niedrig. Aufschlussreicher ist der Blick auf die sechs Cluster. Sie zeigen, wo die Lücken liegen und ob es sich um sektorspezifische oder strukturelle Muster handelt.
| Sektor | A | B | C | D | E | F |
|---|---|---|---|---|---|---|
| ECOM100-DE | 19,3 | 13,6 | 17,7 | 74,7 | 13,5 | 12,2 |
| B2B-ECOMMERCE30 | 0,0 | 16,5 | 19,0 | 78,6 | 19,0 | 5,2 |
| BVDW100 | 18,8 | 15,4 | 18,6 | 83,7 | 15,9 | 5,8 |
| DACH-PUBLISHER40 | 0,0 | 14,5 | 19,2 | 64,6 | 13,8 | 7,0 |
Die Spaltenbeschriftungen entsprechen den sechs CERTavia-Clustern: A = Digitale Infrastruktur / AI-Signale, B = Datenschutz & Consent, C = Rechtliche Compliance, D = Transparenz & Autorität, E = Agentic Readiness, F = AI Governance (Hard Gate).
Der auffälligste Befund: Cluster A = 0
Zwei von vier Sektoren erzielen in Cluster A exakt 0,0 Punkte: B2B-ECOMMERCE30 und DACH-PUBLISHER40. Das bedeutet: Keine einzige Domain in diesen Sektoren hat robots.txt-Einträge mit AI-Direktiven oder strukturierte Daten, die KI-Agenten explizit adressieren.
B2B-Händler und Medienhäuser senden kein einziges dieser Signale. Für KI-Agenten sind sie technisch unsichtbar – obwohl ihre Geschäftsmodelle auf Auffindbarkeit basieren. B2B-Portale werden von KI-Systemen für Lieferantenrecherche genutzt. Publisher-Inhalte werden von LLMs als Trainings- und Retrievaldaten verarbeitet. Keiner steuert diesen Prozess aktiv.
DACH-PUBLISHER40: Niedrigster CES aller gescannten Sektoren
Mit einem Durchschnittswert von 15,0 liegt DACH-PUBLISHER40 unter allen bisher gescannten Sektoren – inklusive KRITIS (13,6 im Enterprise-Benchmark). Besonders auffällig: Cluster D, der einzige Cluster mit konsistent hohen Werten in allen anderen Sektoren, liegt hier bei nur 64,6. Der Marktdurchschnitt für Cluster D lag bisher nie unter 69.
Medienhäuser haben strukturell andere Prioritäten als Industrieunternehmen. Datenschutz und rechtliche Compliance (Cluster B und C) liegen im mittleren Bereich. Infrastruktur-Robustheit und AI-Governance (Cluster A und F) sind nicht vorhanden.
BVDW100: Stärkstes Cluster D, aber kein Unterschied bei AI-Signalen
Die 100 BVDW-Mitglieder-Domains erzielen den höchsten Cluster-D-Wert aller vier neuen Listen: 83,7. Zur Einordnung: Damit liegt die Digitalwirtschaft über DAX-40 (71) und auf dem Niveau der BaFin-regulierten Finanzbranche.
Cluster A liegt bei 18,8 – fast identisch mit ECOM100-DE (19,3). Die Unternehmen, die digitale Standards für die Branche definieren, unterscheiden sich bei AI-Readiness kaum vom E-Commerce-Durchschnitt. Cluster F (AI Governance Hard Gate) liegt bei 5,8 – das bedeutet: Kein BVDW-Mitglied hat eine dokumentierte AI Governance Policy, die den Hard-Gate-Anforderungen entspricht.
B2B-ECOMMERCE30: Fehlende Infrastruktur, starke Compliance
Die kleinste Liste mit 29 Domains zeigt das auffälligste Cluster-Profil. Cluster A = 0,0, aber Cluster E (Agentic Readiness) liegt bei 19,0 – deutlich über dem Marktdurchschnitt der anderen Listen. Cluster B und C liegen ebenfalls im oberen Bereich.
Das Profil deutet auf B2B-Unternehmen hin, die Compliance-Anforderungen operativ ernst nehmen, aber die neue Schicht der AI-Sichtbarkeit noch nicht adressiert haben. Cluster A ist keine Compliance-Pflicht, die auf dem Radar steht – noch nicht.
Das Muster über alle zehn Sektoren
CERTavia hat jetzt zehn Benchmark-Listen mit insgesamt 607 Domains gescannt. Der Befund aus dem DACH Enterprise-Benchmark von Juni 2026 bestätigt sich auch in den neuen Sektoren:
Cluster D funktioniert, weil DSGVO-Compliance seit Jahren gefordert und geprüft wird. Cluster A und F liegen strukturell niedrig, weil AI-Sichtbarkeit und AI Governance noch keine regulatorische Pflicht sind, die Unternehmen aus bestehenden Compliance-Prozessen kennen.
Das ändert sich mit dem EU AI Act. Hochrisiko-KI-Systeme müssen nach Art. 15 technische Robustheit nachweisen. Für Systeme, die Web-Daten als Inputquellen nutzen, ist die AI-Sichtbarkeit der Datenlieferanten Teil dieser Robustheit. Domains ohne Cluster-A-Signal sind für diese Systeme nicht vertrauenswürdig klassifizierbar.
Vollständige Ranglisten mit Domain-Namen und Gap-Analyse
CERTavia analysiert technische Infrastruktursignale. Das Ergebnis ist ein maschinenlesbarer Befund, kein Rechtsgutachten und keine Zertifizierung im Sinne der EU AI Act Konformitätsbewertung nach Artikel 43. Scan-Daten: B2B-ECOMMERCE30 und ECOM100-DE: 17. Juni 2026; BVDW100 und DACH-PUBLISHER40: 18. Juni 2026.
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